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Fortführungsprognose erstellen

Fortführungsprognose – rechtssicher, bankenfest, praxisnah

Eine Fortführungsprognose ist mehr als ein Pflichtdokument für Jahresabschluss oder Bank. Sie ist der Bestandstest eines Unternehmens: Kann der Geschäftsbetrieb im Prognosezeitraum von mindestens 12 Monaten fortgeführt werden?

Eine belastbare Antwort entscheidet über Kreditlinien, Zahlungsfähigkeit, Bilanzierung – und häufig darüber, ob eine Insolvenz vermieden werden kann.

Wir unterstützen Geschäftsleitungen, Gesellschafter und Aufsichtsorgane mit prüfungs- und bankenfesten Fortführungsprognosen nach IDW PS 270 n. F., IDW S11 und – wenn erforderlich – mit Sanierungsgutachten nach IDW S6. Schnell, diskret, bundesweit.

Kostenlose Erstberatung sichern – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.

Inhalt

Was ist eine Fortführungsprognose?

Die handelsrechtliche Fortführungsannahme ist in § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB verankert (Going-Concern-Prinzip). Entstehen ernsthafte Zweifel an der Fortführung – z. B. durch Liquiditätsengpässe, hohe Verluste, gekündigte Kreditlinien oder rechtliche Risiken – muss die Geschäftsleitung eine Fortführungsprognose veranlassen.

Kerninhalte einer tragfähigen Prognose:

  • Liquiditäts- & Finanzanalyse (Liquiditätsgrade, Eigenkapital, Verschuldung, Fälligkeiten)
  • integrierte 12-Monats-Planung (GuV, Bilanz, Cashflow)
  • Kapitaldienstfähigkeit (Zins/Tilgung, Covenants)
  • Risikoanalyse (wirtschaftlich, rechtlich, operativ) inkl. Sensitivitäten
  • Fortführungswille der Organe & Umsetzbarkeit der Maßnahmen

Zwei Arten: InsO vs. HGB – der Unterschied in der Praxis

1) Insolvenzrechtliche Fortführungsprognose (Fortbestehensprognose)

  • Rechtsgrundlage: § 19 Abs. 2 InsO; Bezüge zu § 17/§ 18 InsO
  • Ziel: Ist die Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum überwiegend wahrscheinlich?
  • Folge:
    • positiv: keine Antragspflicht
    • negativ: Insolvenzantragspflicht binnen gesetzlicher Fristen (s. u.)
  • Praxis: Häufig Vorstufe eines Sanierungsgutachtens nach IDW S6.
Fortführungsprognose erstellen

Fortführungsprognose erstellen

2) Handelsrechtliche Fortführungsprognose (HGB)

  • Rechtsgrundlage: § 252 Abs. 1 S. 2 HGB
  • Ziel: Bestätigung/Widerlegung der Going-Concern-Annahme für den Jahresabschluss.
  • Folge:
    • negativ: Bilanzierung zu Liquidationswerten, umfangreiche Offenlegung.

Merksatz: InsO schaut auf Zahlungsfähigkeit & Antragspflichten, HGB auf die Bilanzierung. In der Praxis greifen beide ineinander.

Pflichten & Fristen (§ 15a InsO): 3/6-Wochen richtig managen

Sobald Insolvenzindikatoren erkennbar sind, muss die Geschäftsleitung unverzüglich prüfen, ob Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung vorliegt.

  • Zahlungsunfähigkeit: Antrag spätestens nach 3 Wochen ab Eintritt.
  • Überschuldung: Antrag spätestens nach 6 Wochen ab Eintritt.

Unser Vorgehen in Akutfällen:

  1. 48-h-Schnellcheck: Liquiditätsstatus & Fälligkeitsanalyse, Zahlungen priorisieren.
  2. Entscheidungsvorlage: Fortführung realistisch? Welche Maßnahmen wirken wann?
  3. Dokumentation: Fristgerechte, IDW-konforme Unterlagen zur Haftungsreduzierung.

Anlässe & Indizien: Wann Sie handeln müssen

Typische Trigger für eine Fortführungsprognose:

  • kritische Liquidität, offene Verbindlichkeiten, Zahlungseinstellung
  • negatives Eigenkapital / bilanzielle Überschuldung
  • Kreditlinien gekündigt, reduziert oder mit harten Covenants
  • erhebliche Verluste, wegbrechende Schlüssel-Kunden / Projekte
  • ausstehende Steuern/Sozialabgaben
  • Jahresabschluss mit bestandsgefährdenden Risiken / wesentlichen Unsicherheiten

Praxis-Checkliste (Auszug):
□ Liquiditätslücke > 10 % der fälligen Verbindlichkeiten?
□ Kapitaldienst in der Planung bedienbar?
□ Maßnahmen realistisch terminiert & finanziert?
□ Lieferantenkredite / Zahlungsziele eingeschränkt?
□ Fortführungswille (Beschlusslage) dokumentiert?

Ablauf: Von Datenaufnahme bis prüfungssicherer Dokumentation

  1. Kostenfreies Erstgespräch (Vertraulichkeit)
    Lagebild, Fristen, gewünschte Adressaten (Bank, WP, Gesellschafter, Gericht).
  2. Datenaufnahme
    Finanzdaten, Offene-Posten, Verträge, Finanzierungen, Geschäftsmodell, Markt.
  3. Analyse & integrierte Planung
    12-Monats-Planung (GuV/Bilanz/Cashflow), Kapitaldienst-Test, Working-Capital, Maßnahmenwirkung.
  4. Risikoprüfung & Sensitivitäten
    z. B. −10 % Umsatz, +100 bp Zins, verspätete Fördermittel; Break-even-Szenario.
  5. Ergebnis & Entscheidungsvorlage
    Fortführung mit überwiegender Wahrscheinlichkeit ja/nein; To-do-Liste mit Verantwortlichkeiten & Deadlines.
  6. Dokumentation & Übergabe
    IDW-konforme Prognose inkl. Anlagenpaket (Planungsmodell-Auszüge, Annahmen, Nachweise).
  7. Optionale Umsetzung
    Bank-/Gläubigerkommunikation, Maßnahmensteuerung, monatliches Plan-Ist-Controlling.

Planungsanforderungen nach IDW (integrierte Planung, Sensitivitäten)

Eine tragfähige Fortführungsprognose stützt sich auf eine integrierte Planung:

  • Erfolgsplanung (GuV): realistische Annahmen zu Umsatz, Marge, Opex.
  • Bilanzplanung: Eigenkapital-Entwicklung, Covenants, stille Reserven.
  • Cashflow/Liquiditätsplanung: wochen-/monatsgenau je nach Krisenstadium.
  • Kapitaldienstfähigkeit: Zins-/Tilgungsplan, DSCR, Headroom-Nachweis.
  • Maßnahmenkatalog: Effekte (Betrag/Timing), Verantwortliche, Status.
  • Sensitivitätsanalysen: Was passiert, wenn Annahmen reißen?
  • Dokumentierte Prämissen: nachvollziehbar, widerspruchsfrei, mit Quellen.

Wichtig: Keine „rosaroten“ Pläne. Glaubwürdigkeit schlägt Optimismus. Unsere Modelle sind prüfbar, versionssicher und werden so aufbereitet, dass Banken, Wirtschaftsprüfer und Gerichte sie verstehen und akzeptieren.

Fortführungsprognose vs. Sanierungsgutachten (IDW S6)

Fortführungsprognose (InsO/HGB)

  • Fokus: 12 Monate, Zahlungsfähigkeit, Going-Concern
  • Ziel: Antragspflichten vermeiden, Bilanzierung absichern
  • Umfang: integrierte Planung + Risiko/Sensitivität

Sanierungsgutachten (IDW S6)

  • Fokus: mehrjährig, Geschäftsmodell- und Marktprüfung
  • Ziel: Gesamt-Sanierungsfähigkeit & Tragfähigkeit, Finanzierung verhandeln
  • Umfang: Wettbewerbsanalyse, Strategieroadmap, Maßnahmenportfolio, Mehrjahresplanung

Praxis: Wir starten regelmäßig mit der Fortführungsprognose und erweitern – falls erforderlich – modular zum IDW-S6-Gutachten.

Beweislast & Dokumentation (BGH 2017): Risiken minimieren

Im Streitfall kommt es auf saubere Dokumentation an (u. a. BGH-Rechtsprechung 2017).

  • InsO-Prognose: Wer sich auf „positiv“ beruft, muss die Zahlungsfähigkeit nachweisen.
  • HGB-Prognose: Bei Vorwürfen der Insolvenzverschleppung sind Dokumentation, Plan-Ist-Abgleich und zeitnahe Aktualisierung entscheidend.
    Unser Ansatz reduziert persönliche Haftungsrisiken durch klare Aktenlage: nachvollziehbare Annahmen, Quellen, Versionierung, Entscheidungsvermerke.

Lieferumfang, Dauer, Kostenrahmen

Deliverables (Standard-Package):

  • Prüfungssichere Fortführungsprognose (InsO/HGB)
  • Integrierte Planung (GuV/Bilanz/Cashflow, 12 Monate) + Kapitaldiensttest
  • Risikobericht inkl. Sensitivitäten & Maßnahmenwirkung
  • Adressaten-Versionen für Bank / Wirtschaftsprüfer / Gesellschafter
  • Management-Präsentation (Entscheidungsvorlage, To-do-Plan)

Dauer: abhängig von Datenlage & Komplexität; Akutfälle erhalten beschleunigte Priorität.
Kosten: transparent nach Erstgespräch; Festpreis möglich (klar definierter Scope).

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Erfahrung, Qualitätssicherung

  • Expertise & Erfahrung: Interdisziplinäres Team aus Sanierungs- und Restrukturierungsberatern mit langjähriger Projektroutine in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tech.
  • Autorität: IDW-konforme Methodik, adressatengerechte Dokumentation, hohe Akzeptanz bei Banken und Wirtschaftsprüfern.
  • Trust: Vertraulichkeit, klarer Projektplan, nachvollziehbare Modelle.
  • Qualitätssicherung: Vier-Augen-Prinzip, Checklisten (Fristen, Annahmen, Risiken), rollierender Plan-Ist-Abgleich bei Begleitmandaten.

FAQ

Wann brauche ich eine Fortführungsprognose?
Sobald bestandsgefährdende Risiken oder Zweifel an der Zahlungsfähigkeit bestehen, bei Jahresabschluss-Unsicherheiten, auf Bank-/WP-Anforderung oder im Rahmen von Sanierungsverhandlungen.

Was passiert bei negativer Prognose?
Es droht Antragspflicht (3/6-Wochen). Wir liefern einen klaren Fahrplan: Maßnahmenpriorisierung, Finanzierungspfad, Kommunikationsleitlinien.

Wie belastbar muss die Planung sein?
Nach IDW-Anforderungen: integriert, nachvollziehbar, widerspruchsfrei, mit Sensitivitäten und dokumentierten Annahmen.

Ist zusätzlich ein IDW-S6-Gutachten nötig?
Bei komplexen Fällen oder auf Gläubigeranforderung ja. Wir skalieren die Fortführungsprognose modular zum S6-Gutachten.

Wie schnell geht das?
Je nach Datenlage kurzfristig – Akutfälle priorisieren wir. Ein 48-h-Schnellcheck schafft Orientierung.

Was kostet das?
Projektabhängig. Nach dem Erstgespräch erhalten Sie ein transparentes Festpreis- oder Rahmenangebot.

Empfohlene nächste Schritte

  • Fortbestehensprognose (InsO) – Leitfaden für Geschäftsleiter
  • Fortführungsprognose (HGB) – Going-Concern im Jahresabschluss
  • IDW PS 270 n. F. kompakt erklärt
  • IDW S11 & Liquiditätsstatus – Praxisleitfaden
  • Sanierungsgutachten (IDW S6) – Inhalte, Dauer, Kosten

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